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Chingwa Stove

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Der Bau von Brennholz sparenden Öfen ist Teil eines breit angelegten Projektes zum Thema „Umweltschutz“ der zimbabwischen Frauenorganisation JPV (Jekesa Pfungwa / Vulingqondo).

Mit Unterstützung und Hilfe von Baobab hatte JPV Ende 2006 einen Antrag auf finanzielle Förderung durch das MGFFI (Ministerium für Generationen, Frauen, Familie und Integration) in Düsseldorf gestellt. Es wurde eine Summe in Höhe von rund 27.000 € bewilligt. Den erforderlichen Eigenanteil von 10 % der Gesamtsumme (rund 3.000 €) hatte Baobab durch Sammeln von Spendengeldern aufgebracht.

Der Projektablauf folgte auch hier einem bewährten Schema, das schon seit einigen Jahren von JPV angewandt wird.

Zunächst finden Workshops in Harare und Bulawayo statt, um dort den bei JPV beschäftigten sogenannten „fieldworkers“ das nötige Wissen zu vermitteln.

Chingwa StoveDiese Frauen stammen aus unterschiedlichen Provinzen des Landes. Wenn der Workshop vorbei ist, kehren sie mit ihren frisch erworbenen Kenntnissen und Start-Sets ausgerüstet in ihre Heimatgemeinden zurück. Dort veranstalten sie selbst Workshops mit interessierten Frauen aus den umliegenden Dörfern. So werden nach dem Schneeballprinzip Wissen und Fertigkeiten weitergegeben und dadurch weit verbreitet.

Zum Start-Set für den Ofenbau gehören ein Metallrost, der in den fertigen Ofen eingelegt wird, eine Metallplatte und ein Ofenrohr. Alle weiteren Materialien - Wasser, Sand und Erde - sind vor Ort verfügbar, und daraus werden von den Frauen selbst Mauersteine gebrannt.

Die wesentlichen Vorteile des Chingwa Stove sind:

  • geringerer Holzverbrauch (ca. 1/3 der für ein offenes Feuer benötigten Holzmenge)
  • weniger Rauchgase im Raum (gesündere Luft)
  • Zeitersparnis (Wegfall zeitaufwendiger Brennholzsuche)
  • Schonung der Umwelt, Einschränkung der Erosion durch geringere Abholzung
  • Geringere Verbrennungsgefahr (Feuer nur im Brennraum)
  • Warmhaltefunktion für morgens gekochte Speisen (ideal für den Tagesablauf bei Feldarbeit)

Das Projekt ist wie geplant durchgeführt worden. Die stattliche Summe von 30.000 € ist nach Zimbabwe geflossen und wurde für die Workshops bzw. für den Kauf der Starter-Sets von über 200 Öfen verwendet. Die Öfen werden hervorragend von der Bevölkerung angenommen. Es spricht sich in den Dörfern herum, und viele, die den Ofen bei Nachbarn gesehen haben, möchten selbst auch einen haben. Auch nach Projektabschluss geht der Bau von solchen Öfen weiter.

Die Zusammenarbeit und Abwicklung des Projekts mit dem MGFFI ist sehr gut verlaufen. Das Geld ist pünktlich geflossen, Belege der gekauften Utensilien kamen dann von JPV zu Baobab. Dort wurden die Unterlagen gesammelt, für die Abrechnung zusammengestellt und ans Ministerium weitergeleitet. Aufgrund der guten Erfahrungen und des Erfolgs dieses Teil-Projekts ist es Baobab gelungen, in diesem Jahr einen Folgeantrag über dieselbe Fördersumme vom MGFFI bewilligt zu bekommen.

Im aktuellen Bericht zur Lage von JPV von Oktober 2007 wird eine Familie, die von Frau Tunha, genauer beschrieben: ca. 20 % des Einkommens verdient Frau Tunha mit dem Bau von Öfen und Kücheneinheiten. Daneben verkauft sie Obst, andere Feldfrüchte sowie Milch. Sie war auch eines der Gründungsmitglieder des „Nanairai Piggery Projektes“ und erhält dadurch ein bescheidenes Einkommen. Mit dem erwirtschafteten Geld kann sie Küchenausstattung und Lebensmittel kaufen, sowie das Schulgeld für die vier Kinder bezahlen. Der bescheidene Wohlstand Ihrer Familie ist vor allem ihrem Einsatz und ihrer Energie zu verdanken. Frau Tunha nahm an Kursen von JPV teil, z. B. zum Thema „Verbesserung der Haushaltssituation“.